Preisträger 2015

Back to the roots: Stuckleisten nach alter Handwerkstradition

Stuckateurmeister Axel von der Herberg entwickelte die erste vollautomatische Stuckproduktion weltweit. Damit macht seine Firma AH Stuck GmbH in Heilbronn mit einem nachhaltigen Produkt den chemischen Großkonzernen Konkurrenz, die Stuckleisten aus Polystyrol herstellen. Von der Herberg verwendet nach alter handwerklicher Weise lediglich Wasser und Gips für seine ökologischen Ornamentleisten. Unterstützt wurde er in seinen Marketingaktivitäten von der Dualen Hochschule Heilbronn. Zusammen mit den Professoren Graf und Schmidt wurde der deutsche Baustoffmarkt analysiert und die Produkteinführung geplant. Mittlerweile verlässt jede Woche ein großer LKW voller Stuckleisten die Produktion. Das Ziel: Handwerker und Händler in vielen europäischen Ländern.

Klein, aber oho: Gerüstanker zum Wiederverwenden

Neue sicherheitstechnische DIN-Anforderungen animierten Gerüstbauer Wolfgang Henning aus Bad Sassendorf, einen neuen Gerüst-Daueranker zu entwickeln. Bei der Fassadendämmung eines Gebäudes ist meist ein Gerüst nötig, das an der Hauswand temporär befestigt werden muss. Der zusammen mit der nahen Technischen Universität Dortmund entwickelte Gerüstanker, kann jedoch dank einer speziellen Konstruktion dauerhaft in der Wand verbleiben und somit bei den nächsten Verputz- oder Malerarbeiten wiederverwendet werden. Er ist aus glasfaserverstärktem Kunststoff gefertigt und thermisch entkoppelt, sodass keine Wärmebrücken entstehen, über die die Wanddämmung stark eingeschränkt wird. Da er nicht nur innovativ, sondern auch einfach zu montieren und günstig ist, steigen die Verkaufszahlen in die Höhe.

Gewusst wie: Roboter für komplizierte Holzteile

Tischlermeister Axel Eigenstetter aus Schwerin hatte viele Anfragen für exklusive Möbel, die teils mehrfach gekrümmt waren. Dies ließ sich bisher nur in aufwändiger und somit kaum vertretbarer Handarbeit fertigen. In Prof. Wanner vom Rostocker Fraunhofer Anwendungszentrum Großstrukturen in der Produktionstechnik fand er den richtigen Partner für die Entwicklung eines innovativen Roboterfräszentrums. Mittlerweile hat Eigenstetter ein Alleinstellungsmerkmal und fertigt viele individuelle Sondermöbel mit seinem fünfachsigen Gelenkarmroboter kostengünstig und unter Einhaltung höchster Ansprüche an Maßhaltigkeit und Oberflächengüte. Das hat nun auch ein führender Werkzeugmaschinenhersteller mitbekommen, der diese Innovation in seier Produktpalette aufnehmen möchte