Preisträger 2016

Luftige Angelegenheit: Kondensationsheutrockner mit internem Energiecycling

Kälteanlagenbauermeister Armin Schneider entwickelte in seinem Unternehmen Arwego e.K. (Hergatz, Bayern) einen Kondensationsheutrockner mit internem Energiecycling zur energieoptimierten Trocknung von Heu. Durch die Kombination aus Luft/Luft-Kreuzstromwärmetauscher kann ein Energiesparpotenzial von 35 Prozent erreicht werden. Esist keine vergleichbar energieeffiziente Heutrocknungsanlage bekannt. Die Kooperation mit der Wissenschaft fand im Rahmen der Abschlussarbeit von Christoph Waltner an der HTWG Konstanz statt. Gemeinsam mit seinem damaligen Betreuer Professor Hofacker übernahm dieser theoretische Berechnungen und führte Messreihen durch. Der Handwerksbetrieb baute die Testanlage und den Prototyp. Inzwischen wurden bereits drei Kondensations-heutrocknungsanlagen verkauft.

 

Schön zu hören: Hörgeräte mit individueller Wahrnehmungsregelung

Hörgeräteakustikermeister Harald Bonsel von der Acousticon Hörsysteme GmbH (Reinheim, Hessen) ist spezialisiert auf Messtechnik und Know-how im Bereich Hörsystemtechnik. Professor Kreikemeier von der Hochschule Aalen befasste sich im Rahmen seiner Doktorarbeit mit einem neuen Anpassungsverfahren für Hörgeräte auf Basis der Insitu-Perzentilanalyse. Dieses Verfahren verwendet modernste Technik und ermöglicht erstmals eine reale lautheitsbasierte Anpassung von Hörsystemen unter Berücksichtigung des Schalldruckpegels direkt vor dem Trommelfell und unter Berücksichtigung der individuellen Lautheitswahrnehmung des Hörgeräteträgers. Hörsysteme können dadurch mit hohem Sprachverstehen und sehr hoher Akzeptanz durch ideal eingestellte Lautheit und Klang angepasst werden. Harald Bonsel implementierte das Verfahren in Messanlagen und führte es zur Serienreife. Das Verfahren wird inzwischen vertrieben und findet in ganz Europa große Anwendung.
 

Augen-OP für Autos:  Austausch von LED-Scheinwerfer-Komponenten leicht gemacht

Ist ein LED-Scheinwerfer kaputt, erwartet den Besitzer meist eine Rechnungssumme im drei- wenn nicht gar vierstelligen Bereich. Und das, obwohl meist nur eine kleine, einzelne Komponente defekt ist. Um diesem Frust entgegenzuwirken, hat KFZ-Meister Thomas Demeter vom Fahrzeugservice Demeter in Konradsreuth gemeinsam mit Prof. Dr. Rolf Steinhilper und Alexander Nagel von der Fraunhofer-Projektgruppe Prozessinnovation und der Universität Bayreuth ein neues Austauschverfahren entwickelt. Es sorgt dafür, dass sich auch kleine Teilkomponenten des defekten LED-Scheinwerfers auswechseln lassen, ohne gleich die gesamte Baugruppe austauschen zu müssen. Realisiert wird dies durch eine Art Ofen, in dem der Scheinwerfer mit Saugnäpfen befestigt und bis zu 100 Grad Celsius erhitzt wird. Dadurch löst sich der Kleber und ermöglicht die Öffnung des Scheinwerfers, ohne die leicht zerbrechliche Glasabdeckung der LEDs zu beschädigen. Eine Lösung, die bald schon zum Standardrepertoire einer Autowerkstatt gehören könnte. Da bleibt nichts anderes zu sagen als: Gute Fahrt!